Vom Turmhahn und einem Pfarrer, der keiner sein wollte
35 Wanderer machten sich sehr früh in Cleversulzbach auf, um der großen Mittagshitze zu entgehen. Wanderführer Michael Harmsen hatte eine moderate Tour ausgesucht. Hauptsächlich ging es durch morgendlich kühlen Wald, fast hätte man eine Jacke gebraucht. Erst gegen Ende kam die Gruppe hinaus auf offene Flur. Alle waren sich einig, später hätten man nicht aufbrechen dürfen, die Sonne knallte erbarmungslos.
Um 11 Uhr erwartete uns Herr Uhlmann vom Mörike-Museum in Cleversulzbach. Viele erstaunliche Geschichten über Mörike wusste er lebendig und anschaulich zu berichten. So z. B., dass Eduard Mörike eigentlich nicht Pfarrer werden wollte, der er ja in Cleversulzbach einige Jahre war. Seine schlechten Schulnoten und familiärer Druck zwangen ihn, Theologie zu studieren. Das Schreiben von Predigten war nie seine Lieblingstätigkeit; seine Liebe gehörte der Lyrik. Seine Gedichte gehören zum feinsten was die deutsche Lyrik zu bieten hat.
Als der alte Turmhahn von der Kirchturmspitze abgenommen und eingeschmolzen werden sollte, rettete er diesen und stellte ihn ins Pfarrhaus. Er sollte ihn auf seinen weiteren Stationen im Leben immer begleiten.
Ein Besuch des kleinen, sehenswerten Museums und der Müttergräber von Mörike und Schiller rundeten den Wandertag in Cleversulzbach ab.


































